Archiv der Kategorie: Euroschnack

Woanders heißt es Stammtisch, wir nennen es Euroschnack: Einmal im Monat treffen wir uns in lockerer Runde, um zu einem europolitischen Thema schnacken und Kontakte zu knüpfen. Die Termine werden auf unserer Homepage und per Newsletter bekannt gegeben. Treffpunkt ist stets das „Café Panter“ in der Marktstraße 3. Natürlich freuen wir uns immer über neue Gesichter – Neumitglieder und Europa-Interessierte sind herzlich eingeladen, beim Euroschnack vorbeizuschauen und uns JEF kennenzulernen!

Euroschnack: Gendergerechtigkeit durch Europa?

Alltagssexismus, Frauenquoten oder Gender-Pay-Gap: Fragen nach dem Verhältnis der Geschlechter sorgen regelmäßig für kontroverse und teils emotional geführte Diskussionen. Bei unserem Euroschnack am 8. Juni haben wir wie immer versucht, eine europäische Perspektive auf diese Themen zu gewinnen. Was hat die EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter bewirkt? Welche Rolle spielt insbesondere das Europäische Parlament für Veränderungen zugunsten von Gleichberechtigung? Warum hat Deutschland die Istanbul-Konvention des Europarates noch nicht ratifiziert? Welche Handlungsoptionen hat (europäische) Politik überhaupt und wo kommt man nur durch zivilgesellschaftliche Änderungsprozesse weiter? Wie stehen wir JEFer*innen zum  Feminismus? Schnell zeigte sich, dass auch bei uns die Meinungen bisweilen weit auseinandergehen, aber darüber dass zur Verwirklichung von Gendergerechtigkeit noch viel getan werden muss und wir uns weiter mit diesem Thema beschäftigen wollen, gab es einen breiten Konsens.

Europa-Erklärung von Rom

Die Parlamentspräsidentinnen und -präsidenten von Deutschland, Italien, Frankreich und Luxemburg haben in einem im September unterzeichneten Dokument in Rom eine stärkere politische Integration in der Europäischen Union gefordert: „Wir sind der Auffassung, dass nicht weniger, sondern mehr Europa nötig ist, um den innen- und außenpolitischen Herausforderungen gerecht zu werden.“ Sie sind sich einig, dass die Mitgliedsstaaten Herausforderungen, wie beispielsweise wachsende Anzahl von Flüchtlingen oder die Wirtschafts- und Finanzkrise,  nur durch eine stärkere und besser integrierte Europäische Union bewältigen, wie sie im Vertrag über die Europäische Union festgelegt sei.  Insgesamt solle man die Übertragung größerer Befugnisse auf die europäischen Institutionen anstreben; allerdings müssten die nationalen Parlamente in diesem Prozess der Entscheidungsfindung innerhalb der Europäischen Union eine größere Rolle spielen.

Die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) Deutschland, Frankreich und Italien unterstützen die Erklärung von Rom und den Vorschlag der „Federal Union of States“, derden sie am 14. September 2015 mit der „Europa-Erklärung von Rom“ unterbreitet haben: “ Zwar spiegelt die Erklärung  größtenteils keine föderalistischen Ansätze wieder, ihre Botschaft ist aber, besonders in den aktuell wohl historischen Zeiten, von besonderem Wert. Während Europa mit ökonomischen Rückschlägen und Stagnation und den humanitären wie politischen Auswirkungen der Flüchtlingskrise ringt, weckt dieses Statement Hoffnung, dass Wege aus der Krise von führenden europäischen Politiker*innen gesucht und gewollt sind.“

Über die Erklärung von Rom sowie die Reaktion der JEF Deutschland möchten wir mit euch beim nächsten Euroschnack am 11.11. diskutieren.

 

Recap: Euroschnack – Exit after the election?

a51b3c44c078d5e2df3f518a6be97395Great Britain auf der Couch! Wir haben uns heute ein wenig in Ferndiagnose geübt und versucht, die innere Zerissenheit der Briten besser zu verstehen und die Beweggründe ihrer Wahlentscheidung bei der Unterhauswahl vom 7. Mai zu analysieren. Unsere buntgemischte Runde konnte über viele persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse aus Großbritannien berichten, aber auch viel politisches Hintergrundwissen beitragen. Außerdem bereitete uns der mögliche EU-Austritt der Briten Kopfzerbrechen, mit all seinen Konsequenzen für den schottischen Nationalismus, den Nordirlandkonflikt, die Einheit Großbritanniens und natürlich auch für die übrigen EU-Mitgliedsstaaten. Unser Fazit: Niemand kann aktuell wohl wirklich abschätzen, welche Dynamiken ein Brexit in Gang setzen würde. Sicher ist nur, er würde nicht nur die Insel, sondern auch den Kontinent erschüttern!

Griechenland nach dem Regierungswechsel

Euroschnack GriechenlandUm Korruption, Kostas Karamanlis und die Krise in Griechenland ging es bei unserem letzten Euroschnack am 22. April mit Prof. Ulrich Moennig! Warum die Griechen den Euro lieben und der EU misstrauen, was Herr Varoufakis von einem föderalen Europa hält, und wie sich die Deutsch-Griechischen Beziehungen entwickelt haben – über all das haben wir in unerwartet großer Runde diskutiert. Sogar ein Umzug an größere Tische war nötig – bestimmt nicht unser letzter Schnack zum Thema!

Euroschnack Esperanto

Euroschnack am 14.01.

Euroschnack am 14.01.

Esperanto – die Weltsprache?! Beim gestrigen Euroschnack gaben uns Peggy Ley und Dominik Grauert vom Verein Esperanto Hamburg e.V. (http://www.esperanto-hamburg.de/) uns einen interessanten Einblick in eine Sprache, die 10-mal schneller zu Lernen sein soll als Englisch. Na, wenn das kein Verkaufsargument ist!

Eine genaue Zahl der Sprechenden ist leider schwer zu liefern, Schätzungen gehen von 2 bis 15 Millionen Menschen aus. Diese treffen sich beispielsweise auf Kongressen, organisieren sich – wie Peggy und Dominik – in Vereinen oder lauschen dem Esperanto-Radiosender Muzaiko (http://muzaiko.info/). Wer sich gerne mal mit der Sprache auseinandersetzen möchte, ist herzlich eingeladen beim Hamburger Verein vorbeizuschauen, der sich jeden Donnerstag in St. Georg trifft.

Eigentlich beschäftigte uns jedoch die Frage, ob Esperanto als gemeinsame europäische Sprache zur Bildung einer europäischen Identität beitragen kann. Denn es wird oft hervorgehoben, dass diese innerhalb der jetzigen EU fehlt, jedoch notwendig ist, um Unterstützung für das europäische Projekt zu sichern und ein zukunftsfähiges Institutionenkonstrukt zu schaffen. Dafür ist auch Esperanto nicht die Lösung, selbst wenn es sich im Gegensatz zur augenblicklichen lingua franca, dem Englischen, um eine „neutrale“ Sprache handelt. Denn eine Ausbreitung des Esperantos setzt ebenfalls die Bereitschaft zum Erlernen und der Anwendung einer Sprache voraus. Wenn man diesen Schritt jedoch erst einmal getan hat, so eröffnet einem diese Sprache Zugang zu Menschen weltweit, die an interkulturellem und internationalem Austausch interessiert sind.

Katalanischer Euroschnack

Euroschnack 12.11.2014Am 12.11. haben wir mit einem Vertreter des Vereins El Pont Blau e.V. über das katalonische katalanische Unabhängigkeitsreferendum des vergangenen Wochenendes diskutiert. 300 Jahre nach der Eroberung Barcelonas und dem Verlust der regionalen Eigenständigkeit Kataloniens war dieses Referendum für viele Katalanen ein wichtiger, wenn auch zunächst symbolischer, Schritt zurück zur Selbstbestimmung. Aus Sicht der unabhängikeitsbefürwortenden Katalanen stellt sich Madrid bei allen Bestrebungen nach mehr Autonomie quer, so dass die komplette Abspaltung Kataloniens die einzig mögliche Konsequenz ist. Diese Si-Si-Variante (Katalonien als unabhängiger Staat außerhalb Spaniens), haben am Wochenende auch die Mehrheit der Abstimmenden gewählt. Unsere – gerade auch auf dem Bundeskongress beschlossene – Stellung dazu: Wie treten für ein Europa der Regionen ein, in dem nach dem Subsidiaritätsprinzip Kompetenzen verteilt werden. Eine Rückkehr zur Kleinstaaterei hingegen lehnen wir ab.

Mehr Informationen zum katalanischen Verein in Hamburg findet ihr hier.