Moving Europe – Junger Filmabend mit Snack und Talk

Zur Europawoche 2015 haben die Jugendorganisationen der Parteien, AEGEE und die JEF mit Untersützung von Creative Europe im Metropolis Kino einen europäischen Filmabend organisert. . Los ging es mit drei Kurzfilmen zu Immigration und Integration, anschließend  gab es bei Getränken und Snacks Gelegenheit zu Austausch und Diskussion. Als Hauptfilm lief die französische Komödie „Heute bin ich Samba (2014)“. Wobei, vielleicht ist es eher ein Sozialdrama, wenn die Geschichte des senegalesischen Flüchtlings Samba erzählt wird, der nach seiner nicht ganz legalen Einreise vor 10 Jahren trotz Job und fester Wohnung täglich um seinen Aufenthalt bangt.

Wer es verpasst hat:
Einen der drei Kurzfilme kann man auf Youtube nachschauen:


Quar trakt od MONDAR sed GERMAS? – Was denkt die Welt über die Deutschen?: Syldavien 2011, 3 Min., Regie: Sebastian Linke

Griechenland nach dem Regierungswechsel

Euroschnack GriechenlandUm Korruption, Kostas Karamanlis und die Krise in Griechenland ging es bei unserem letzten Euroschnack am 22. April mit Prof. Ulrich Moennig! Warum die Griechen den Euro lieben und der EU misstrauen, was Herr Varoufakis von einem föderalen Europa hält, und wie sich die Deutsch-Griechischen Beziehungen entwickelt haben – über all das haben wir in unerwartet großer Runde diskutiert. Sogar ein Umzug an größere Tische war nötig – bestimmt nicht unser letzter Schnack zum Thema!

Europaakademie 2015: Eine Zusammenfassung

Im April war es wieder so weit: die Europaakademie der JEF Hamburg fand statt. Das jährliche Wochenendseminar in Holstein ist für die JEF Hamburg inzwischen zu einer schönen und sehr fruchtbaren Tradition geworden. In diesem Jahr wollten wir uns mit den Dynamiken von Grenzen auseinandersetzen.

Schwerpunktthemen waren die Flüchtlings- und Sicherheitspolitik an den Innen- und Außengrenzen der EU, aber auch die Grenzen in unseren Köpfen und der europäischen Medienöffentlichkeit.

Foto: Johannes Keil

Teilnehmer der Europaakademie 2015       Foto: Johannes Keil

Eröffnet wurde die Europaakademie mit einem Block zur europäischen Flüchtlingspolitik. Hierfür war der Regisseur Rasmus Gerlach aus Hamburg angereist, um uns seine Langzeitdokumentation Lampedusa auf St. Pauli vorzustellen. Das faszinierende Projekt, bei dem der Regisseur den Film vor jeder Vorstellung neu schneidet, gab uns einen spannenden und berührenden Einblick in das Leben der Flüchtlinge.

Um uns die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten rund um Flüchtlingsströme, Terrorbekämpfung und mangelhafte Ausstattung der Bundeswehr etwas einzuordnen, hatten wir Jugendoffizier Tüngler zu Gast. Er sagt, das Militär sei nicht gegen eine verstärkte europäische Kooperation, dies sei jedoch von politischem Willen der Mitgliedstaaten abhängig. Der bereits geschaffene regulatorische Überbau sei relativ umfangreich und überproportional groß im Vergleich zu dem tatsächlich darauf basierenden Einsatz von gemischten Verbänden oder den so genannten European Battle Groups.

Im letzten Teil der Akademie zu Sicherheitspolitik war Hartmut Licht vom Verfassungsschutz in Hamburg bei uns zu Gast. Er berichtete uns über die Zusammenarbeit der Geheimdienste, insbesondere im Hinblick auf das aktuelle Problem des Salafismus. Um mit uns fundiert darüber diskutieren zu können, bekamen wir erstmal eine Einführung in die Geschichte des Salafismus und schlugen dann die Brücke von akuten Problemen in Hamburg zur europäischen Zusammenarbeit.

Foto: Johannes Keil

Gut Siggen – Tagungsgebäude der Alfred-Töpfer-Stiftung    Foto Joahnnes Keil

Im letzen Block ging es um die europäische Medienöffentlichkeit: Reden wir in Europa miteinander, übereinander – oder bloß aneinander vorbei? Über die Chancen und Probleme einer „echten“ europäischen Öffentlichkeit haben wir ganz praktisch mit Katarzyna Piasecka vom Web-Magazin „Cafe Babel“ diskutiert.

Wir danken allen Teilnehmern aber vor allem auch den tollen Referenten für ihre Mitarbeit!

Europaakademie 2015: Cafe Babel – die Grenzen einer europäischen Öffentlichkeit?

 

Katarzyna Piasecka stellte uns das Onlinemagazin Cafe Babel vor.

Reden wir in Europa miteinander, übereinander – oder bloß aneinander vorbei? Über die Chancen und Probleme einer „echten“ europäischen Öffentlichkeit haben wir gemeinsam mit Katarzyna Piasecka vom Web-Magazin „Cafe Babel“ diskutiert.
Das Online-Magazin wurde 2001 von Erasmusstudenten in Paris gegründet und berichtet seither mit über 20 „LocalTeams“ aus verschiedenen europäischen Ländern über Themen, die alle Europäer interessieren! Zum Beispiel eine Reportage über Moldaus erstes Ökodorf, eine Stück über Flüchtlingspolitik, den britischen Wahlkampf oder ein Essay über französische Skateparks… In der Pariser Chefredaktion laufen alle Beiträge zusammen, werden gesichtet, diskutiert und editiert. In Absprache mit den LocalTeams werden dann die besten Artikel ausgewählt und in insgesamt 6 Sprachen übersetzt, darunter auch Deutsch, Polnisch und Italienisch. Auf diese Weise können Leser aus ganz Europa dieselben Geschichten lesen – entweder in ihrer eigenen oder einer ihnen vertrauten Sprache! 320 000 meist junge Leser besuchen die Website jeden Monat, Tendenz steigend!

Aber das tägliche Vermitteln zwischen so vielen nationalen Perspektiven ist auch eine große Herausforderung, erzählte Katarzyna. Erst beim Übersetzen fällt oft auf, wie stark die jeweilige Wahrnehmung eines Textes von den Debatten unserer eigenen, nationalen Medienöffentlichkeit geprägt ist. So kann es etwa sein, dass ein Thema in Frankreich bereits hoch und runter diskutiert wurde, in Deutschland hingegen noch nie zur Debatte stand. Auch bei sensiblen Angelegenheiten wie z.B. dem Holocaust, Religion oder Homosexualität kann das Empfinden verschiedener Länder stark auseinander klaffen. Ein Gedanke etwa, der in einem Land bloß die Feinjustierung eines gesellschaftlichen Konsens bedeutet, kann in einem anderen Land einer scharfen Provokation gleichkommen und extreme Emotionen auslösen. Oftmals stelle sich der Redaktion deshalb auch die Frage, inwiefern manchen Artikeln kleine Erklärungen zur besseren Einordnung in den Kontext beigefügt werden sollten. Journalismus in diesem „kulturellen Minenfeld“ ist daher keine immer leichte Aufgabe für Cafe Babel, und erfordert oft viel Fingerspitzengefühl und Kompetenz der Autoren wie der Übersetzer. Umso mehr waren wir beeindruckt von der offensichtlichen Zielstrebigkeit Katarzynas und ihres Teams, die europäischen Teilöffentlichkeiten durch ihre Arbeit einander jeden Tag ein Stückchen näher zu bringen. Alles in allem ein sehr erhellender und motivierender Austausch, der uns viel Mut gemacht hat, unser gemeinsames Ziel einer tieferen europäische Verständigung weiter zu verfolgen!

Wie einheitliche soll eine europäische Öffentlichkeit berichten?

Wie einheitliche soll eine europäische Öffentlichkeit berichten?

Europaakademie 2015: Europäische Geheimdienste – die Grenzen der Zusammenarbeit

Foto: Johannes Keil

Foto: Johannes Keil

Im letzten Teil der Akademie zu Sicherheitspolitik war ein Herr Licht vom Verfassungsschutz in Hamburg bei uns zu Gast. Er berichtete uns über die Zusammenarbeit der Geheimdienste, insbesondere im Hinblick auf das aktuelle Problem des Salafismus. Um mit uns fundiert darüber diskutieren zu können, bekamen wir erstmal eine Einführung in die Geschichte des Salafismus und schlugen dann die Brücke von akuten Problemen in Hamburg zur europäischen Zusammenarbeit.

Wir beschäftigten uns mit der Frage, wie die Lage in Hamburg aussieht: wie viele Salafisten gibt es in der Stadt und wie sind sie einzuordnen? Wir erfuhren wie viele von ihnen gewaltbereit sind und nach Syrien ausreisen wollen. Und wir diskutierten konkrete Beispiele, die zeigen können, warum sich jugendliche dem Salafismus zuwenden. Welche Möglichkeiten es für den Verfassungsschutz in Hamburg gibt dagegen anzugehen und ob europäische Zusammenarbeit dabei eine große Rolle war im Folgenden Thema.

Wir erfuhren dabei, dass die Zusammenarbeit der Geheimdienste auf Kommunikation und Anfragen untereinander beschränkt ist, es gibt bisher keinen gemeinsamen Pool an Informationen oder Ähnliches auf den die zurückgegriffen werden kann. Über diese Zusammenarbeit war Herr Licht allerdings voll des Lobes, die Kommunikation laufe einwandfrei.

Übrigens kam am Montag nach unserem Seminar die Meldung raus, dass Brüssel ein Anti-Terror Zentrum schaffen will. Nach unserem Gespräch mit Herrn Licht sind wir umso gespannter, wie dieses Ziel umgesetzt wird.

Europaakademie 2015: Internationale militärische Kooperationen – die Grenzen einer europäischen Armee

Die EU ist ja bekanntermaßen Friedensnobelpreisträger. Ob man nun findet, dass sich vor diesem Hintergrund eine gemeinsame europäische Armee schickt, sei jedem selbst überlassen, Fakt ist, dass es immer wieder Bestrebung zur Etablierung einer solchen gab. Die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU ist ebenfalls weit davon entfernt, EU-Staaten in einem Militärbündnis ähnlich der NATO zu vereinen. Allerdings hat sie sich mit den Gipfelbeschlüssen der Jahre 1999-2001 deutlich gewandelt. In diesem Zuge wurde die Kooperation mit der NATO verstärkt und ständige militärische Kontingente geschaffen, die sich aus dem Militär der EU-Staaten zusammensetzen.

Im Gespräch mit Jugendoffizier Philipp Tüngler waren natürlich die europäische Armee, die internationale militärische Kooperation und die aktuellen Probleme der deutschen Bundeswehr. Foto: Johannes Keil

Im Gespräch mit Jugendoffizier Philipp Tüngler waren natürlich die europäische Armee, die internationale militärische Kooperation und die aktuellen Probleme der deutschen Bundeswehr. Foto: Johannes Keil

Um uns die GSVP vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten rund um Flüchtlingsströme, Terrorbekämpfung und mangelhafte Ausstattung der Bundeswehr etwas einzuordnen, hatten wir Jugendoffizier Tüngler zu Gast. Er stellte heraus, dass die militärischen Verpflichtungen stärker seien, als die im NATO-Vertrag festgeschriebenen, allerdings fehlten der EU die nötigen Strukturen. So sei die EU eher ein zivil orientiertes Projekt, während in der Praxis dann häufig – aufgrund ihrer Expertise – die NATO die Implementierung übernähme.

Eine innereuropäische Kooperation gäbe es in der EU ja sogar recht ausgeprägt, so Tüngler. Das Militär sei auch gar nicht gegen eine verstärkte europäische Kooperation, dies sei jedoch von politischem Willen der Mitgliedstaaten abhängig. Der bereits geschaffene regulatorische Überbau sei relativ umfangreich und überproportional groß im Vergleich zu dem tatsächlich darauf basierenden Einsatz von gemischten Verbänden oder den so genannten European Battle Groups.

Die verstärkte europäische Kooperation hätte auch Vorteile im Bereich der materiellen Ausrüstung. Hier könnte das zurzeit betriebene Pooling & Sharing noch viel weiter verstärkt werden, denn eine gut ausgerüstete Armee sei wichtiger als die einer rein nationalen.

Dass internationale militärische Kooperation gut funktionieren könne, zeige sich deutlich am Beispiel des Einsatzes in Afghanistan. In der Praxis könne eine europäische Armee also durchaus auch funktionieren, nur die politischen Implikationen ließen dieses Projekt weiterhin ein Zukunftsprojekt bleiben.

Nachdem der Wissensdurst mit diesen und weiteren interessante Einblicke unter anderem auch die logistischen Herausforderungen der Flüchtlingsrettung gestillt war, machten wir uns auf ebenfalls unsere Mägen zu füllen.