Archiv der Kategorie: Berichte

Kategorie für Berichte von Veranstaltungen etc.

Bu – Was? BuKo: Der jährliche Bundeskongress der JEF

CC BY-SA 4.0 Lutz Gude | JEF Deutschland e.V.

Wieder einmal ist es soweit und wir machten uns auf dem Weg zum jährlich stattfindenden Bundeskongress der JEF. Beim Bundeskongress – kurz BuKo – kommen Vertreter*innen aus allen 16 Bundesländern zusammen und diskutieren über inhaltliche Anträge, die auf Bundesebene für die JEF gelten und mit denen wir JEFer*innen politische Position beziehen. Bereits im Vorfeld musste man diese Anträge einreichen, damit alle Landesverbände genug Zeit haben, um sich über die Inhalte Gedanken zu machen und ggf. Änderungen oder die Ablehnung des Antrages vorzuschlagen.

Aus Hamburg waren wir mit fünf Vertreter*innen am Start plus unsere liebe Jasmin, die als ehemaliges Mitglied des Bundesvorstandes ebenfalls vor Ort war. Die Anzahl der stimmberechtigten Delegierten richtet sich nach der Anzahl der Mitglieder des Landesverbandes. Dieses Jahr ging es nach Halle an die Saale. Wir Hamburger*innen waren eine gemischte Truppe von „alten BuKo-Hasen“ und Neulingen. In Halle angekommen war es daher ganz praktisch, dass bereits am ersten Abend ein kurzer Einführungsworkshop für alle stattfand, die den BuKo noch nicht kennen, aber gern kennenlernen wollten. Neben dem BuKo fand in Halle zeitgleich der BA (Bundesausschuss) statt, bei dem viermal im Jahr zwei Vertreter*innen der Landesverbände zusammenkommen. Der erste Abend war daher mit dem Treffen für die Neulinge, einem ersten kurzen Treffen für die BA-Delegierten und einer ersten Zusammenkunft aller Teilnehmer*innen gut gefüllt. Alle Teilnehmer*innen wurden am Freitagabend zu einem Empfang in der Handelskammer eingeladen, wo wir bei einem kleinen Imbiss nicht nur Grußworte hörten, sondern auch in einem sogenannten „World-Café“ zu unterschiedlichen Themen (z.B. Fairer Handel in Europa, Brexit, Populismus in Europa und und und) mit interessanten Referent*innen diskutieren konnten.

Samstagmorgen ging es dann mit dem BuKo weiter. Wir hatten insgesamt 17 Anträge auf der Tagesordnung und als politischer Verein ist es nur logisch, dass wir viele Details und grundsätzliche Fragen ausführlich diskutieren und am Ende demokratisch abstimmen müssen. Beispielsweise wurde diskutiert, ob man ab 16 Jahren oder ab 18 Jahren wählen sollte, welche Rolle künstliche Intelligenz spielen sollte und wie die Brexit-Verhandlungen zu bewerten sind. Alle beschlossenen Anträge sind unter www.jef.de zu finden.

Neben den Anträgen stand in diesem Jahr aber auch noch die Wahl eines neuen Bundesvorstandes bevor. Dieser wird für zwei Jahre gewählt. Die Kandidat*innen stellten ihre Ideen für die nächsten Jahre dem Gremium vor und standen natürlich für Fragen zur Verfügung. Einige der Mitglieder aus dem letzten Vorstand standen nicht mehr zur Wahl und daher gab es sowohl Erfahrene als auch neue Motivierte, die zur Wahl standen. Wir von der JEF Hamburg freuen uns sehr über den neuen Vorstand und sind uns sicher, dass wir gute Vertreter*innen auf Bundesebene gefunden haben!

Der BuKo ist aber nicht nur ein Kongress, bei dem ausschließlich von morgens bis abends diskutiert wird. Der BuKo ist auch ein Familientreffen der großen JEF-Gemeinschaft und eine schöne Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen. Politisch haben wir auch vor Ort ein Zeichen setzen wollen und daher wurde uns von dem scheidenden Bundesvorstand die Kampagne „Europa Machen“ vorgestellt. Nächstes Jahr ist mit den Europawahlen ein sehr wichtiges Jahr für die EU, weshalb wir als JEF natürlich auf die Wahlen aufmerksam machen wollen. Unter dem Motto „Europa Machen“ sind wir durch die Stadt Halle gezogen, bekleidet mit Europa- und JEF-Flaggen und passenden Plakaten. Neben dieser Aktion um die Mittagszeit war dann auch die verdiente BuKo-Party am Abend ein weiteres Highlight des Wochenendes.

Der Sonntag wurde noch einmal für die restlichen Anträge genutzt, die noch diskutiert werden mussten und endete dann für alle Teilnehmenden mit der Rückreise. In Halle haben wir viele wichtige Dinge beschlossen, die Kampagne „Europa Machen“ kennengelernt und viel Motivation gesammelt. Wir haben auch für Hamburg eine Menge Ideen mitgenommen und freuen uns daher schon jetzt darauf, die Europawahlen mit lustigen Aktionen zu bewerben und auf den BuKo im kommenden Jahr!

Wir hoffen, dass wir euch auch von der Kampagne begeistern können und wir gemeinsam in Hamburg aktiv werden!

Übrigens: Falls du auch mal an einem BuKo teilnehmen oder deine eigenen Anträge auf der Bundesebene diskutiert sehen möchtest, kannst du gerne bei unserer AG Bundesverband mitmachen. Melde dich einfach unter christian.kisczio (at) jef-hamburg.de

Bericht vom Infostand auf der 10. Hamburger Klimawoche

Sina Wickemeyer vom Info-Point Europa am Stand. Plakat in der der Mitte: Wir haben interessierte Besucher*innen gefragt, was für sie gute Umwelt- und Klimapolitik ausmacht.

Unter der Schirmherrschaft von Fürst Albert II von Monaco fand vom 23. – 30. September 2018 die 10. Hamburger Klimawoche statt. Zahlreiche Veranstaltungen boten Gelegenheit, sich über aktuelle Forschung zum Klimawandel sowie die nachhaltigen UN-Entwicklungsziele zu informieren. Anlässlich der sogenannten European Researcher’s Night am Freitag, den 28. September, war die JEF Hamburg zusammen mit der Europa-Union Hamburg und dem Info-Point Europa mit einem Stand beim Themenpark auf dem Lattenplatz am Knust vor Ort. Die European Researcher’s Night ist eine europaweite Initiative, bei der an einem Tag verschiedene Aktionen in ganz Europa verteilt stattfinden. Dies soll Aufmerksamkeit für die essentielle Arbeit von Forscher*innen in der EU schaffen und zu einer Karriere in der Forschung anregen. Die Initiative wird durch die sogenannten Marie Skłodowska-Curie Aktionen von der Europäischen Union gefördert. Im Rahmen der Hamburger Klimawoche wurde in Kooperation mit der Hamburger Hochbahn AG ein „Research Ride“ ins Leben gerufen, bei dem mehrere Science Slammer das interessierte Publikum in der U-Bahn über ihre aktuelle Forschung informierten. Wir freuen uns darauf, bei der Klimawoche im kommenden Jahr auch wieder dabei zu sein!

Mehr Informationen zur Klimawoche gibt es hier: https://www.klimawoche.de/ und https://ec.europa.eu/research/mariecurieactions/actions/european-researchers-night_en

Bericht vom Bundesausschuss 2018-I in Brüssel

Vom 17. bis zum 20. Mai waren Christian und Jacob als Delegierte für die JEF Hamburg beim Bundesauschuss der JEF Deutschland in Brüssel. An 4 Tagen voll mit Sitzungen und Rahmenprogramm haben wir uns mit den anderen Landesverbänden ausgetauscht, die Arbeit der JEF Europe kennen gelernt, inhaltlich an Anträgen zu Free Interrail, einer Reform des EuGHs und einem europäischen Feiertag gearbeitet. Sowohl zu Free Interrail, als auch zum europäischen Feiertag haben wir dann auch einen Antrag beschlossen.

Zusätzlich hat der Bundesvorstand seine Arbeit im letzten Jahr vorgestellt und den aktuellen Haushalt präsentiert. Anschließend wurde ein erstes Konzept für eine groß angelegte Kampagne zur Europawahl 2019 vorgestellt und in mehreren Workshops weiter ausgearbeitet und verfeinert.

Dank der professionellen Arbeit des Bundesvorstandes stehen wir als Verband sehr gut da, sowohl was das Mitgliederwachstum und die finanzielle Situation, als auch die öffentliche Wahrnehmung angeht.

Die 2019 stattfindende Europawahl wird ein entscheidender Termin – für die Zukunft Europas und für unseren Verband. Zum ersten Mal ist es möglich, dass euroskeptische, populistische Parteien die Mehrheit im Europaparlament erringen. Gleichzeitig gibt es überall in Europa ein neues Dringlichkeitsgefühl, das europäische Projekt zu reformieren und voranzutreiben. Es liegt nun an uns, unsere gute Ausgangslage als Verband zu nutzen und mit einer umfassenden, politischen Kampagne für unsere Vision von Europa zu werben. Der Bundesvorstand hat mit einem durchdachten Konzept einen guten Aufschlag gemacht. Wir sollten im nächsten Jahr einen erheblichen Teil unserer Ressourcen in diese Kampagne investieren.

Alle Wege führen nach…Rom

Ein Geist ging um in Rom. Er war nicht unheimlich, sondern unheimlich schön. Er trug kein weißes Bettlaken, sondern ein blaues Gewand mit zwölf goldenen Sternen darauf: Der europäische Geist war so lebendig wie lange nicht mehr. Denn am 25. März 2017 jährte sich die Unterzeichnung der Römischen Verträge zum 70. Mal. Damals, nur zwölf Jahre nach dem Ende der Schrecken des Zweiten Weltkriegs, trafen sich die Regierungschefs von sechs europäischen Staaten in der Ewigen Stadt. Ihre Mission: den Kontinent einen. Es war nichts weniger als die Geburtsstunde der Europäischen Union. Mit dem 70. Geburtstag ist die EU nun nicht mehr jung, sondern bereits eine ältere Dame. Entsprechend gediegen ging es bei der offiziellen Feier zu: Die Staats- und Regierungschefs der EU-27 eilten nach Rom, um eine gemeinsame Erklärung zu unterzeichnen, die vor allem die Einigkeit in schwierigen Zeiten betont. Doch um diese Feier herum organisierten Menschen in und aus ganz Europa weitere Veranstaltungen. Uns Hamburger JEFer*innen hat es wie viele andere junge Föderalist*innen aus der ganzen Union in die Ewige Stadt verschlagen: Einige von uns lauschten schon einen Tag vor der offiziellen Feier im italienischen Parlament den Ausführungen von Federica Mogherini, der Hohen Beauftragten für Außen- und Sicherheitspolitik. Am Abend trafen wir uns mit anderen JEFer*innen zum gemeinsamen Flashmob und warfen die Forderung nach einer europäische Föderation per Beamer an die altehrwürdigen Mauern des Kolosseums. Der Höhepunkt war jedoch der Samstag: Nach einer Konferenz im Messezentrum unweit der Villa Medici schlossen wir uns dem „March for Europe“ an. In einer großen Menschenmasse zogen wir erneut vor das Kolosseum und forderten gemeinsam mit unseren Freund*innen aus anderen Ländern: Federazione europea – subito!

#oureurope

Trump, Brexit und starke rechtspopulistische Parteien vor den Wahlen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden: #oureurope steht von vielen Seiten unter Druck.

Doch es gibt auch hoffnungsvolle Signale! Im Vereinigten Königreich gehen insbesondere junge Menschen gegen Nationalismus und für ein gleichermaßen weltoffenes, vereinigtes und europäisches Königreich auf die Straßen; In Portugal kommt der Schuldenabbau schneller als geplant voran; Und in Rumänien demonstrieren Menschen gegen ihre Regierung und richten ihren Blick und ihre Hoffnung auf die Europäische Union. Denn diese hat tatsächlich nichts von ihrer Faszination und Sogwirkung eingebüßt. Das sollten wir anerkennen! Und wir sollten anerkennen, dass es die offenen Grenzen, den freien Warenverkehr, den engen kulturellen Austausch, den gemeinsamen Markt sowie soziale und ökologische Standards nicht zum Nulltarif gibt! Jetzt ist es an der Zeit dass wir, die wir offen, modern und zukunftsgewandt sind, gemeinsam auf die Straßen gehen und zeigen, dass wir für den gemeinsamen Raum einstehen, der uns allen ein freies, selbstbestimmtes und gemeinschaftliches Leben in Frieden, Wohlstand und Freiheit ermöglicht.

Wir dürfen nicht zulassen, dass die Ewiggestrigen ein Gefühl der Unsicherheit und Krise des europäischen Gedankens erzeugen, indem sie Halbwahrheiten und alternative Fakten streuen. Wir, die jungen Europäerinnen und Europäer, gehen in dieser Woche überall in Europa auf die Straßen und fassen uns bei den Händen. Wir bilden eine europäische Menschenkette, die sich nicht durch Vorurteile und einfache nationale vermeintliche Lösungen europäischer Herausforderungen zertrennen lässt. Wir zeigen heute, morgen und in der Zukunft, dass wir in Europa zusammengehören und unsere gemeinsamen Aufgaben auch gemeinsam lösen!

Vielen Dank auch an unsere Freunde von der European Youth North Denmark, die uns am letzten Wochenende gezeigt haben, was europäische, was transnationale Freundschaft bedeutet! Zusammen wollen wir nun ein Zeichen setzen! Mange tak and thank you very much from Hamburg!!!

Ein Wochenende JEF-Spirit

Brexit, das weltweite Erstarken des Rechtspopulismus, die autoritäre Neuordnung des politischen Systems in der Türkei – das Jahr, in dem die Europawerkstatt der Bundes-JEF das erste Mal seit 2014 wieder stattfand, ist kein einfaches für Europa. Vielleicht war sie deswegen umso wichtiger. Knapp 70 Jugendliche – nicht nur JEFer*innen – aus ganz Deutschland und auch aus Österreich und Frankreich setzten sich am ersten Dezemberwochenende in Berlin mit genau diesen Herausforderungen, vor denen wir als überzeugte Europäer*innen stehen, auseinander. Auch Hamburg war vertreten: Für uns durfte Neumitglied Tobias Niemeyer im JEF-Spirit schwelgen. Aufkommen tat dieser während eines bunten Programms: Beginnend am Freitag mit einem Szenarien-Workshop zu Zukunftsperspektiven der EU in Kooperation mit dem Dahrendorf-Forum, über die eigentliche „Un-Conference“ am Sonnabend, bei der von interessanten Europapolitiker*innen bis hin zu „einfachen“ Teilnehmenden Workshops zu verschiedensten Themen angeboten wurden, endend mit einer Projektwerkstatt am Sonntag, auf der konkrete Projekte geplant wurden. Zwischendurch blieb viel Zeit für das gegenseitige Kennenlernen und Vernetzen. Als dann abends auf der Rückfahrt nach Hamburg noch die Eilmeldung mit dem Wahlergebnis aus Österreich auf dem Handy auftauchte, war das Europa-Wochenende perfekt.